Das Lederlexikon von A-Z

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Gedecktes Leder – Bei der Oberflächenbehandlung des Leders werden feine lösliche Farbpigmente verwendet. Man spricht auch von “Pigmentzurichtung”.
Gerben – Die Umwandlung der verderblichen Rohware unter Verwendung von Gerbstoffen in die beständige Form des Leders.
Geschirrleder – Ein kräftiges, geschmeidig zugerichtetes Rindnarbenleder, mit vollem Finish, im allgemeinen in einer Stärke von 4 – 6 mm (siehe Blankleder, Sattlerleder).
Geschliffenes Narbenleder – Leder, dessen oberste Narbenschicht mit Hilfe von Schmirgel- oder Blanchierwalzen oder manchmal von Hand abgeschliffen wurde. (Siehe korrigierter Narben).
Glacé – Ein bürstgefärbtes Handschuhleder, das im allgemeinen in einer Mischung von Alaun, Mehl und Eigelb weißgegerbt ist.
Glacégerbung - Darunter versteht man ein Gerbverfahren, das sich ausschließlich aus den Produkten Alaun – Salz – Eigelb – Weizenmehl – Fetten – Wasser zusammensetzt.Diese sogenannte “Gare” wird in einer aufwendigen über Jahrzehnte entwickelten und erprobten Gerbung zur Herstellung von Glacéleder angewandt. Bedingt durch die Eigenschaft, dass 1 Molekül Alaun 12 Moleküle Wasser bindet, hat sich diese Gerbung im Orgelbau mehr als bewährt. Durch dieses optimale Wasserspeicherverhalten erhält man ein Leder, das Temperaturunterschiede mit damit verbundener schwankender Luftfeuchtigkeit ausgleicht. Die Weichheit und Geschmeidigkeit der Ventil- bzw. Balgleder bleibt somit erhalten! Alternative Weiß-Gerbungen, basierend auf synthetischen Gerbstoffen, zeigen diese Eigenschaft nicht! Ist das Leder einmal feucht, trocknet es und bleibt hart und steif.
Die Produkte der Firma Herzog werden seit Generationen mit der Original-Glacé-Gerbung hergestellt
Haarschaf – Eine Schafart, die keine Wolle, sondern Haare trägt. Das Leder hat einen feineren und festeren Narben als das von Wollschafen.
Hälfte – Eine Hälfte (halbe Haut) ergibt sich durch Teilung einer ganzen Großviehhaut vom Kopf bis zum Schwanz, entlang der Rückenlinie.
Hals – a) Der vordere Teil einer Großviehhaut, nämlich Schulter und Nacken, mit oder ohne Kopf. Bei einem unköpfigen Hals (squared shoulder) sind Backen und Stirn abgetrennt.b) Das daraus hergestellte Leder.    

 

Haut – a) Die äußere Umhüllung eines heranwachsenden oder voll ausgewachsenen großen Tieres, wie Rind, Roß, Kamel, Elefant und Wal.b) Das daraus hergestellte ungespaltene Leder oder ein Leder aus dem Narbenspalt. Wenn der Ausdruck auf diese Weise verwendet wird, kann der Name des Tieres oder der Verwendungszweck des Leders hinzugefügt werden.    

 

Hecht – Teil einer halben Großviehhaut (Hälfte) nach Abtrennung der Flanke. Der Hecht entspricht in der Fläche einem Croupon mit halbem Hals mit oder ohne Backenteil.
Hunting – Ein auf der Fleischseite zugerichtetes Rauhleder aus Kalbfellen, schweren Ziegenfellen oder Rindhäuten.
Hutschweißleder – Ein Schaf- oder Kalbleder, im allgemeinen vegetabil gegerbt, besonders zugerichtet für Schweißbänder in Hüten und Mützen.
Hydrophobiertes Leder – Durch Einlagern von Hydrophobiermitteln in die Ledersubstanz wird die Grenzflächenspannung zwischen Lederfasern und Wasser erhöht. Damit wird eine Herabsetzung oder fast völlige Aufhebung der Wasserbenetzbarkeit erreicht, und das Leder bleibt trotzdem wasserdampfdurchlässig.

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